Chemieindustrie: Mit Datenloggern die Kühlkette einhalten und Risiken minimieren

22.04.2020 08:13

Chemische Produkte gehören zu den am häufigsten transportierten Wirtschaftsgütern in Deutschland. Täglich werden Chemikalien in großen Mengen auf Straßen, Schienen oder Wasserwegen befördert und weltweit transportiert, um in vielen Industriebranchen zu Endprodukten weiterverarbeitet zu werden. Das führt dazu, dass nicht nur Chemieunternehmen selbst, sondern auch andere Handelsbranchen und Unternehmen in großen Mengen chemische Produkte transportieren und lagern.

Nach Angaben des Statistisches Bundesamtes wurden 2014 in Deutschland insgesamt 245,1 Millionen Tonnen Chemikalien transportiert. 40 Prozent davon wurden als Gefahrgüter eingestuft.

So werden Chemischer Erzeugnisse in Deutschland transportiert:

  • 59 Prozent mit dem Lkw,
  • 7,6 Prozent in Pipelines
  • 12,1 Prozent mit der Eisenbahn,
  • 9,5 Prozent mit dem Binnenschiff und
  • 11,8 Prozent mit Seeschiffen.

Sicherheitsrisiken während Transport und Lagerung von Chemiekalien reduzieren

Doch der Transport und die Lagerung sensibler Güter wie Chemikalien bergen oft ein hohes Kosten- und Sicherheitsrisiko. Bei chemischen Produkten und Lösungen sind die Haltbarkeit und Verwendbarkeit oftmals nur bei gewissen Temperaturen und physikalischen Gegebenheiten zu gewährleisten. Zudem werden viele Chemikalien als Gefahrgut eingestuft und dürfen nur mit hohen Sicherheitsanforderungen transportiert und gelagert werden. Die Überwachung der chemischen Komponenten über den gesamten Zeitraum, vom Transport bis zur Verwendung im Labor oder der Weiterverarbeitung, ist so in vielen Fällen unabdingbar. Der Einhaltung der Kühlkette während des Transportes und der Lagerung kommt aus diesem Grund große Bedeutung zu, um Sicherheitsrisiken zu minimieren und die Produktqualität zu sichern.

Nur durch die Aufrechterhaltung des vorgeschriebenen Temperaturbereichs während des Transportes der Chemikalien können Schäden und Verluste in der Produktqualität ausgeschlossen bzw. minimiert werden. Doch immer noch stehen Unternehmen, die Chemikalien herstellen und transportieren, vor der großen Herausforderung, die Kühlkette richtig einzuhalten und rechtzeitig zu erkennen, wann temperaturempfindliche Chemikalien kritischen Temperaturen ausgesetzt sind und Sicherheitsrisiken und Produktschäden drohen.

Datenlogger sichern Einhaltung der Kühlkette

Die Überwachung der gesamten Temperaturhistorie während des Transportes bei chemischen Gütern ist unerlässlich. Durch die Integration von Monitoringsystemen und Datenloggern zur Temperaturüberwachung wird dies deutlich vereinfacht und ermöglicht so den Erhalt der Produktqualität sowie die Minimierung von Sicherheitsrisiken. Mit Temperaturdatenloggern, die beim Transport die klimatischen Bedingungen überwachen, können Temperaturabweichungen und Fehler im Kühlsystem sicher registriert und gespeichert werden. Per USB-Verbindung können nach dem erfolgten Transport die aufgezeichneten Temperatur-Daten im PDF-Format, ohne spezielle Software, ausgelesen und ausgewertet werden. So können Temperaturbedingungen, die während des Transportes oder der Lagerung vorgeherrscht haben, nachvollzogen und dahingehend überprüft werden, ob kritische Bedingungen eingetreten sind, die zu eventuellen Schädigungen der Chemikalien geführt haben. Für den schnellen und praktischen Einsatz, um Temperaturen zu überwachen, eignen sich Einweg-Temperatur-Datenlogger wie beispielsweise der „Tempmate S1“.
Einweg-Datenlogger sind praktisch, kostengünstig und leicht in die Transportkette integrierbar. Wenn kein Computer zur Verfügung steht, um die Daten nach einem Transport per USB auszulesen, bieten sich als Alternative Datenlogger an, die auch per App genutzt werden können, wie zum Beispiel der „Transportdatenlogger Bosch TDL 110“. So können die Temperaturdaten auch am Smartphone oder Tablet analysiert und ausgewertet werden, um festzustellen, ob kritische Temperaturereignisse während des Transportes eingetreten sind.

Vorteile einer cloudbasierten Echtzeitüberwachung

Noch komfortabler und anwendungsfreundlicher sind Echtzeit-Datenlogger.
Mit dem „SpotBot Cellular“ beispielsweise, vom Hersteller SpotSee, können nicht nur Temperaturen, sondern auch Stöße während eines Chemietransportes überwacht werden. Mittels Mobilfunk und webbasierter Cloud ermöglichen Echtzeit-Datenlogger, dass die während des Transportes aufgezeichneten Stoß- und Temperaturdaten jederzeit in Echtzeit abgerufen werden können. Ob und wann während eines Transportes Abweichungen von den geforderten Temperaturbereichen eintreten, lässt sich so einfach feststellen.
Dadurch können, bei Auftreten kritischer Ereignisse, sofortige Maßnahmen  ergriffen werden. So lassen sich Temperaturdaten lückenlos aufzeichnen und durch Echtzeitübertragungen Schäden frühzeitig verhindern, noch bevor sie auftreten. Die gewonnenen Informationen können auch dabei helfen, die zukünftige Transportqualität zusammen mit dem Spediteur zu verbessern und die Lieferkette zu optimieren. So sorgen Echtzeit-Datenlogger nicht nur für einen einwandfreien Transport von Chemikalien, sondern sparen auch erhebliche Zusatzkosten und Zeitverluste durch die Reduzierung notwendiger Ersatzlieferungen.


Kommentar eingeben