Smarte Logistiklösungen: Wie die Lieferkette intelligent wird

01.04.2020 15:38

Die Digitalisierung schreitet unaufhaltsam voran und verändert die Struktur vieler Unternehmen und Branchen. Die Logistik-Branche beispielweise galt lange Zeit als Vorreiter, die schon früh auf technologische Mittel setzte, um Transporte und Lieferketten zu optimieren. Dennoch scheuen immer noch viele Unternehmen digitale Produkte zu nutzen und stellen ihre Supply Chain nicht digital um. Dabei sehen viele Firmenentscheider (77 Prozent) die Digitalisierung der Lieferkette laut einer Studie des Logistik-Experten Hermes (2019) als wesentlichen Erfolgsfaktor an, die enormes Optimierungs-Potenzial birgt. Die Regierung von Singapur beispielsweise schätzt, dass eine intelligente Lieferkette der heimischen Logistikindustrie jährlich 56 Millionen US-Dollar einsparen und einen enormen Produktivitätsgewinn auslösen könnte. Doch woran liegt es, dass viele Unternehmen die Umstellung auf eine digitale Lieferkette scheuen?

Lieferketten bieten viel Potenzial zur Optimierung

Zunächst zeigt die Hermes-Umfrage, dass die meisten Unternehmen den wirtschaftlichen Nutzen der Digitalisierung für die Supply Chain richtig einschätzen und erkannt haben. Doch während in anderen Branchen digitale Techniken bereits zum Standard zählen, scheuen sich viele Logistikunternehmen immer noch Hand an ihre Lieferkette zu legen und digitale Mittel einzusetzen. Oftmals fehlt bei Transportmanagern auch das nötige technische Wissen. Was sie dabei verkennen: Gerade digitale Technologien bieten viele Möglichkeiten, um die Lieferkette zu verbessern und Probleme zu beheben.

Echtzeit-Überwachung bringt Gesamtüberblick über die Lieferkette

Die Echtzeit-Überwachung für sensible Produkte ist hierfür ein gutes Beispiel und zeigt, welchen Nutzen es bringt, wenn Temperatur, Feuchtigkeit, Neigung und Stoßauswirkungen überwacht werden und die Partner innerhalb der Lieferkette miteinander vernetzt sind. Wenn ein Unternehmen zum Beispiel für seine Produktion ein bestimmtes Bauteil aus China benötigt, erfährt es zwar, nach dem üblichen Transportverfahren, wann das Produkt in China versendet wird und wann es am Bestimmungsort ankommen soll, doch was während des Transportes passiert und welchen Bedingungen das Bauteil ausgesetzt ist, bekommt die Firma nicht mit. Vielleicht herrscht stürmisches Wetter auf dem Seetransport oder die Ware war zu großer Hitze ausgesetzt und wurde dadurch beschädigt. All diese Informationen erhält das Unternehmen nicht oder erst, wenn es zu spät und das Bauteil beschädigt ist. Was wiederum die eigene Produktion verzögert. Dadurch geht viel Zeit verloren und es entstehen hohe Kosten, die sich vermeiden ließen.

Enorme Kostenersparnis durch Transparenz und schnelle Reaktionszeiten

In einer digitalisierten Lieferkette und bei einem Einsatz von Monitoringsystemen würden solche Schäden verhindert und Verzögerungen vermieden werden. Durch die Verwendung von Transporttrackern könnten Logistikmanager auf Risiken und Ereignisse, die in der Lieferkette passieren, schnell reagieren und Transportschäden verhindern. Mit Echtzeittracking weiß der Empfänger zum Beispiel jederzeit, wo und in welchem Status sich seine Lieferung befindet und wann er mit dem bestellten Bauteil rechnen kann. Er kann über eine Cloud-Anwendung den Weg des Schiffes oder des LkW verfolgen und erfährt umgehend, wenn es zu Verspätungen kommt, sodass er seine Produktion darauf einstellen kann.

Sensoren in Containern schlagen zum Beispiel Alarm, wenn die Temperatur einen bestimmten Grenzwert überschreitet. Dadurch weiß der Empfänger, dass das Bauteil oder die Ware zu warm wurde und voraussichtlich beschädigt ist. Durch Echtzeit-Tracking ist auch kein weiterer Datentransfer zwischen Versender und Empfänger mehr nötig, dadurch das alle Daten in der Cloud vorhanden sind und jederzeit abgerufen werden können. Das bringt eine enorme Zeitersparnis mit sich. Außerdem können Echzeit-Daten auch zur Analyse von Schwachstellen in der Lieferkette genutzt werden, um problematische Logistikpartner ausfindig zu machen. Trifft das Produkt am Zielort ein, erhält der Absender automatisch eine digitale Empfangsbestätigung. Durch die direkte Anbindung des Echtzeit-Loggers fließen die Daten automatisch ins ERP-System, auf deren Basis dann die Rechnung erstellt werden kann. Der Einsatz von Echtzeit-Monitoring-Produkten in der Lieferkette kann sich auch positiv auf Versicherungsprämien auswirken, indem nachgewiesen werden kann, dass Transportschäden effektiv gesenkt worden sind, was wiederum zur Senkung der Selbstbeteiligung führen könnte.

Echtzeit-Tracking liefert Transparenz

Um Transparenz über die gesamte Lieferkette zu schaffen, stehen Unternehmen vor einigen Herausforderungen. Mit der Verwendung von Echtzeit-Trackern erhalten Logistik-Manager Kenntnis über die tatsächlichen Transportbedingungen, unter denen die Ladung während des Transportes transportiert wird. Monitoringsysteme tragen so wesentlich zur Reduzierung von Schäden bei. Mit aktuellen Daten können Supply-Chain-Manager die notwendigen Einblicke gewinnen, um aktuelle Verluste zu minimieren, ähnliche Schäden in der Zukunft zu verhindern und so für Transparenz in der Lieferkette sorgen.


Kommentar eingeben